Stell Dir vor: Du kommst nach einem langen Arbeitstag nach Hause. Der Kopf ist voll, der Tag war stressig – und jetzt möchtest Du einfach nur an Deinen Basteltisch. Ein bisschen Papier, ein schönes Stempelset, Deine Lieblingsfarbe. Endlich Zeit für Dich.
Du bereitest alles vor, suchst Papier und Tinte aus und legst los. Doch schon der erste Abdruck ist fleckig oder die Farbe wirkt irgendwie komisch. Vielleicht wellt sich sogar das Papier. Und statt Entspannung macht sich Frust breit. Dabei wolltest Du doch eigentlich nur zwei oder drei schöne Karten gestalten.
Wenn Dir das bekannt vorkommt, dann darf ich Dich beruhigen: Das liegt nicht an Dir. Beim Stempeln gibt es ein paar typische Anfängerfehler, über die fast jede von uns am Anfang stolpert. Kleine Dinge – große Wirkung. In diesem Artikel zeige ich Dir die 5 häufigsten Fehler beim Stempeln und vor allem, wie Du sie ganz einfach vermeidest. Damit Deine kreative Auszeit wieder das wird, was sie sein soll: ruhig, leicht und entspannend.
Inhalt
Stempel-Fehler Nr. 1: Du bist zu ungeduldig
Stell Dir vor Du kommst von der Arbeit und möchtest Dir eine kreative Pause gönnen. Du holst Stempel, Tinte und Papier hervor und legst los. Aber ach herrje, der Stempelabdruck ist fleckig und unsauber geworden! Du ärgerst Dich und wirfst alles frustriert in die Ecke, Deine Lust aufs Basteln verfliegt.
Warum ist das ein Fehler?
Du hast nicht viel Zeit und es soll schnell gehen. Du achtest nicht so genau auf Deine Handgriffe und schon ist der Abdruck ungleichmäßig oder verschmiert. Zudem kann es bei neuen Stempeln oder neuen Stempelkissen sein, dass noch Produktionsrückstände anhaften. Diese wirken sich auch auf das Stempelergebnis aus.
So vermeidest du diesen Stempel-Fehler
Ich empfehle Dir, gerade bei neuen Produkten, zunächst auf einem Schmierblatt einen Testabdruck zu machen. Nimm dazu einfach ein Stück Kopierpapier oder ein Reststück Deines Kartenpapiers. So kannst Du sehen, ob Dein Stempelabdruck gut wird, ohne Deine Karte zu versauen. Zudem lasse Deine Stempelabdrücke nach dem Stempeln ein wenig ruhen, bevor Du sie weiter verarbeitest. So kann die Tinte gut trocknen und die Gefahr, dass Dein Abdruck verschmiert, ist gebannt.
Stempel-Fehler Nr. 2: Du wendest beim Stempeln zu viel Druck an
Denkst Du: „Mehr Druck = besserer Abdruck“? Dann ist es Dir bestimmt schon oft so ergangen, dass der Stempelabdruck verschmiert oder stellenweise zu dick geworden ist. Das Problem habe ich auch häufig, wenn ich mit Acrylblöcken stempel. Besonders filigrane Motive oder Texte sind anfällig für diesen Fehler.
Warum ist zu viel Druck ein Fehler?
Übst Du sehr viel Druck auf Deinen Stempel aus, wird natürlich auch viel von der Farbe in das Papier gedrückt. Die Stempel von Stampin‘ Up! sind aus Photopolymer gefertigt, welches bei Druck leicht nachgibt. Es ist sehr schwierig, gleichmäßigen Druck auf den Stempel auszuüben, sodass schnell an einer Stelle mehr Druck herrscht. Dadurch wird auch der Stempelabdruck ungleichmäßig stark abgedrückt.
So vermeidest du diesen Fehler
Platziere Deinen Stempel auf die Stelle, wohin Du Dein Motiv haben möchtest und streiche mit leichtem Druck der flachen Hand oder mit der Handkante gleichmäßig über den Acrylblock. Lasse den Stempel danach noch einen Moment auf der Stelle liegen, bevor Du ihn behutsam abhebst. Übe diese Technik am besten zunächst mehrmals auf Schmierpapier.
Stempel-Fehler Nr. 3: Du nutzt ungeeignetes Papier
Verwendest Du oftmals einfach ein Stück Papier, das gerade auf Deinem Basteltisch liegt, für Deine Karte? Und dann bist Du frustriert, weil die Karte verzogen ist, der Abdruck verschmiert oder das Papier sich wellt. Es liegt nicht an Dir, sondern am Papier!
Warum ist das ein Fehler?
Nicht jedes Papier ist zum Stempeln geeignet. Manche Papiere sind zu glatt, sodass die Tinte nicht richtig haftet und schnell verschmiert oder schlecht trocknet. Andere Papiere wiederum sind zu dünn, dann wellen sie sich bei Kontakt mit der Tinte. All das sorgt für unsaubere Stempelmotive und Karten, die Du ungerne verschicken möchtest.
So vermeidest du diesen Papier-Fehler
Achte beim Papier auf die richtige Papierstärke und auf eine ebenmäßige, aber nicht zu glatte Oberfläche. Meine Empfehlung ist für Stempelmotive oder Etiketten immer der Farbkarton in Grundweiß von Stampin‘ Up! und für Grundkarten der Farbkarton in Grundweiß extrastark. Diese beiden Papiere besitzen mit über 200 g/m² die richtige Stärke und die Oberfläche ist nicht zu glatt, gleichzeitig saugt der Karton aber auch nicht die Farbe zu stark in sich auf.
Stempel-Fehler Nr. 4: Du reinigst Deine Stempel nicht direkt
Wenn Du mehrere Farben benutzt, wird es schnell wuselig. Und ehe Du Dich versiehst, bist Du mit dem Stempel, der zuvor noch einen Spruch in schwarz gestempelt hat, in das gelbe Stempelkissen rein! Das ist mir mal mit einem nagelneuen Stempelkissen in Osterglocke passiert! Oh, was habe ich geflucht.
Warum ist das ein Fehler?
Sobald Du mit mehreren Farben stempelst, ist die Gefahr groß, dass Du einen schmutzigen Stempel in ein anderes Stempelkissen tupfst. Haftet an diesem Stempel noch dunkle Stempeltinte und Du willst mit einer hellen Farbe weitermachen, verschmutzt Du mit den Farbrückständen das helle Stempelkissen! Beim nächsten Stempeln mit dem hellen Stempelkissen bekommst Du keinen hellen Ton, sondern einen meist braunen Ton.
So vermeidest du diesen Stempel-Fehler
Reinige Deine Stempel nach jedem Stempelvorgang gründlich! Das ist die einfachste Lösung für dieses Problem. Ich lege mir immer beim Stempeln einen feuchten Reinigungsprofi neben mich auf den Tisch und wische den Stempel dort ab. Um nicht zu viel Tinte abzuwaschen, stempel ich zunächst alle gleichen Motive in der gleichen Farbe und erst dann reinige ich den Stempel. Wichtig ist: reinige den Stempel vor jedem Farbwechsel!
Stempel-Fehler Nr. 5: Du planst Dein Layout nicht
Du stempelst drauf los und merkst erst beim zweiten oder dritten Motiv „oh, das passt ja gar nicht, das ist viel zu weit unten/rechts/links“. Was jetzt? Du wirfst die begonnene Karte weg und fängst von vorne an. Gleichzeitig ärgerst Du Dich und wirst unaufmerksam und im schlimmsten Fall passiert Dir der Fehler erneut.
Warum ist es ein Fehler, das Layout nicht vorzuplanen?
Wenn Du direkt drauflos stempelst, kann es Dir passieren, dass nicht alle Motive auf die Karte passen. Oder es bleibt kein Platz mehr für einen Spruch. Mir ist es schon oft passiert, dass alles irgendwie gequetscht aussah, weil ich den Spruch unbedingt noch neben das große Motiv setzen wollte.
So vermeidest du diesen Layout-Fehler
Mache Dir zu Beginn eine grobe Skizze Deines Layouts. Nimm dazu ein Schmierpapier in der realen Größe Deiner Karte. Du kannst zur leichteren Größenbestimmung auch die Stempel auf dem Schmierpapier platzieren und Dir Markierungen machen. So siehst Du schnell, ob noch Luft bleibt für einen Spruch oder ob genug Weißraum bleibt. Wenn es ganz schnell gehen soll, platziere Deine Stempel auf Deiner zugeschnittenen Karte und lasse den Schritt mit dem Schmierpapier weg.
Fazit: So startest du wirklich leicht und schnell mit dem Stempeln
Vielleicht hast Du Dich an der einen oder anderen Stelle wiedererkannt. Zu schnell gestartet. Zu fest gedrückt. Das falsche Papier erwischt. Den Stempel nicht direkt gereinigt. Oder einfach drauflos gestempelt. Diese Fehler passieren nicht, weil Du etwas falsch machst. Sie passieren, weil Du wenig Zeit hast, abschalten willst und Dir schnell ein schönes Ergebnis wünschst. Und genau deshalb dürfen wir es uns leichter machen.
Hier Deine Mini-Lösungen für sofort:
- Vor jedem Projekt einen Testabdruck machen.
- Mit leichtem, gleichmäßigem Druck arbeiten.
- Auf gutes, stabiles Papier setzen.
- Stempel vor jedem Farbwechsel reinigen.
- Dir zwei Minuten Zeit für eine grobe Layout-Planung nehmen.
Mehr braucht es nicht. Stempeln darf unkompliziert sein und es darf Fehler enthalten – denn genau dadurch lernen wir. Und wenn doch mal etwas nicht klappt? Dann nimm einfach ein neues Stück Papier und fang noch einmal an.

