Bei Stampin‘ Up! heißt es oft: Es geht nicht nur um die Produkte, es geht um Gemeinschaft. 29 Bastlerinnen haben im September an meiner Umfrage mitgemacht. Und die Zahlen sind überraschend: 20 von 29 sagen, Gemeinschaft steht für sie gar nicht im Vordergrund. Ich hatte vorher bereits den Verdacht, dass es den meisten von uns beim Basteln eigentlich um etwas anderes geht als vorwiegend die Gemeinschaft. Nach der Auswertung meiner Umfrage bin ich dennoch überrascht, wie sich das äußert, denn es gibt eine interessante Wendung.
Inhalt
Warum wollte ich das wissen?
Ich bin mit einer klaren Vermutung in diese Umfrage gegangen: Ich dachte, dass für gut 2/3 der Bastlerinnen eher die Auszeit, das Abschalten und die kreative Betätigung im Vordergrund steht als der Austausch mit anderen. Bei Stampin‘ Up! wird ja gerne betont, dass Produkte und Workshops nur das Mittel sind, um Gemeinschaft zu stiften. Ich selbst bastele eher alleine oder mit ein bzw. zwei Personen, denke jedoch, dass das Basteln die Menschen verbindet. Daher wollte ich wissen: Stimmt das denn auch für Dich?
Meine Methodik
Ich habe vom 02. September bis zum 29. September 2026 Bastlerinnen befragt. Es haben sich 29 Personen beteiligt. Die Umfrage habe ich auf einer Unterseite meiner Kreativecke veröffentlicht und per Newsletter, WhatsApp-Status und bei Instagram geteilt. Auch Judith Peters hat meine Umfrage in einem Blogartikel zusammen mit vielen weiteren interessanten Umfragen geteilt.
Meine Umfrage besteht aus 7 Fragen zum Ankreuzen und 4 offenen Fragen. Die Teilnehmer konnten auswählen, ob sie mit ihrem Namen oder völlig anonym antworten wollten. Ich habe Menschen aus meinem Umfeld befragt, deshalb handelt es sich nicht um eine repräsentative Umfrage.
37,9 % der Befragten sehen Austausch in der Gemeinschaft als Kür und nicht als Voraussetzung!
Mit 11 von 29 Teilnehmern war die Antwort „Austausch mit anderen“ die am seltensten gewählte Antwort auf die Frage, was beim Basteln zufrieden macht.
Bei der Frage „Was macht Dich beim Basteln zufrieden?“ durften die Teilnehmerinnen mehrere Antworten ankreuzen. Die Verteilung der Antworten ist bereits sehr interessant, denn
- Ruhe und Entspannung wählten 24 Teilnehmer (82,8 %)
- Zeit nur für sich wählten 23 Teilnehmer (79,3 %)
- Das fertige Ergebnis in den Händen zu halten wählten 22 Teilnehmer (75,9 %)
- Kreativität und das Ausprobieren wählten 22 Teilnehmer (75,9 %)
- Austausch mit anderen wählten 11 Teilnehmer (37,9 %)
[…] Richtig glücklich bin ich, wenn ich währenddessen Zeit und Raum verliere und ganz im Flowzustand bin. Ich habe gemerkt, „Konzentration“, gerade bei neuen Dingen und gleichzeitiger Austausch funktionieren bei mir nicht. […] Er fehlt mir währenddessen nicht. Hinterher kann ich mich austauschen, was ich aber fast nie mache. – Karina
Nicht immer ist völliger Rückzug oder eine große Gemeinschaft gewünscht, sondern eine kleine Anregung oder auch mal Hilfestellung:
Manchmal habe ich eine Idee, weiß aber nicht, wie ich es umsetzen soll. Es reicht manchmal schon ein kleiner Stupser, um zu wissen, wie es gehen könnte. – Birgit
Auch seinen eigenen Bastelrythmus kann man gut alleine finden oder zumindest muss es dafür nicht gleich eine Bastelrunde sein. Das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten.
Ein Kreativ-Date mit mir selbst. Zeit einplanen. Materialien einkaufen. Youtube-Anleitungen schauen, mich von Pinterest inspirieren lassen oder einen Kreativ-Kurs buchen. – Karina
Ich finde es interessant, dass mit „Ruhe und Entspannung“ sowie „Zeit nur für sich“ zwei Antworten ganz oben stehen, die eher auf Rückzug und weniger Geselligkeit hindeuten. Für sehr viele ist das Basteln einfach ein Gegenpol zum stressigen und lauten Alltag. Das spiegelt sich ganz deutlich in den Antworten wider. Und falls Du beim Basteln doch einmal Hilfe oder Anregung brauchst, sind auch ein oder zwei andere Kreative völlig ausreichend, um wieder Schwung zu bekommen.
Je länger man bastelt, desto mehr Zeit wünscht man sich für sich selbst
Bastlerinnen, die seit über zehn Jahren dabei sind, wünschen sich nur noch zu 17 % mehr Austausch, aber zu 56 % mehr Zeit für sich. Bei den Neueinsteigerinnen ist es fast umgekehrt.
Kleine routinen im Alltag einbauen . Zum beispiel abends mir extra zeit ein zu bauen um zu basteln . – Rebekka, Hobby-Bastlerin seit über 4 Jahren
Ich brauche diese Zeit, etwas schönes zu schaffen, das macht mich glücklich und bringt mir viel Freude […] – Angelika, Hobby-Bastlerin seit über 10 Jahren
Am Anfang sucht man vielleicht noch Anschluss und Orientierung. Mit der Zeit wird der Basteltisch zum eigenen kleinen Reich. Und alles ist gut und richtig so! Es gibt kein Muster, das für alle passt. Die Art zu Basteln und sich auszutauschen ist so vielfältig wie die Kreativität.
62,1 % bevorzugen persönlichen Austausch
Noch etwas fällt mir auf: Selbst wer sich Austausch wünscht, meint damit fast immer den persönlichen Kontakt, nicht die Online-Gruppe.
An erster Stelle steht der persönliche Austausch. 18 Teilnehmer tauschen sich am liebsten persönlich aus.
Danach folgt mit 8 Teilnehmern der Online-Austausch über Social-Media, Chat oder Foren.
An dritter Stelle folgen 2 Teilnehmer, die sich gar nicht austauschen wollen.
1 Teilnehmer tauscht sich am liebsten per Telefon aus.
Die Fröhlichkeit und auch mal die Hilfe bei kniffligen Dingen hätte ich gerne öfters bei mir. Da sind natürlich die Medien für den Austausch eine schöne Sache, aber es ersetzt niemals den persönlichen Kontakt. – Martina
Sehr faszinierend ist für mich, dass, trotz des Wunsches nach mehr Zeit für sich selbst, der persönliche Austausch von Angesicht zu Angesicht im Vordergrund steht. Ich habe wirklich angenommen, dass durch das Internet und die einfachere Kontaktaufnahme mit mehr Menschen, die Menschen den Austausch per Onlinemedien favorisieren würden. Da sind wir dann doch konservativer und dort ist dann der Fokus auf Gemeinschaft wieder vorhanden und rechtfertigt die Einstellung von Stampin‘ Up! Zudem zeigt es uns, dass Gemeinschaft nicht immer groß sein muss.
Eine ungewöhnliche Bestätigung
8 Teilnehmer sind auch Stampin‘ Up! Demonstrator und wünschen sich, im Gegensatz zu den reinen Hobby-Bastlern, mehr Gemeinschaft und Austausch.
Beim gemeinsamen Basteln/Teamtreffen oder Workshops die Gespräche und die zufriedenen Gesichter der Bastelnden – Claudia, Demonstratorin, auf die Frage nach ihrem glücklichsten Moment
Ich habe jetzt schon 2x eine Bastelfreundin hier […] begrüßen dürfen, die für unser gemeinsames Basteln über 3 Stunden mit dem Auto […] fährt …und jetzt kommt sie im Oktober wieder her…das macht mich sehr glücklich – Petra, Demonstratorin seit mehr als 4 Jahren
Martina schreibt von ihrem ersten Teamtreffen, bei dem ihr völlig fremde Team-Kolleginnen halfen, als ihr Zug ausfiel:
[…] Basteln und gemeinsame Interessen verbinden einfach. So eine liebe Aufnahme hat mich richtig geflasht. Ich habe so viele liebe und wunderbare Menschen kennengelernt. Es ist einfach unglaublich und ein wundervolles Erlebnis gewesen. – Martina, Demonstratorin seit über 4 Jahren
Eine andere Teilnehmerin erzählt von einer echten Freundschaft, die so entstanden ist:
Dass aus Fremden, bei gleichem Interesse und einfachen Treffen eine tolle Freundschaft werden kann. Wo ich erst der Gruppe skeptisch gegenüber stand, fühle ich mich jetzt im Team RICHTIG wohl. – anonym
Und eine Teilnehmerin bringt die Ambivalenz auf den Punkt, die auch ich schon oft erlebt habe:
Ich mag die Gemeinschaft, die selben Interessen, den Austausch mit gleichgesinnten. Aber ehrlich gesagt, unterhalte ich mich mehr mit den anderen, alsdass ich was fertig gebastelt bekomme. – anonym
Vielleicht ist dieser Wunsch nach Gemeinschaft eher unsere Geschichte als Demonstratoren – und nicht unbedingt das, was jede Hobby-Bastlerin am Küchentisch wirklich braucht.
Was ich daraus mitnehme
Während der Auswertung war ich nicht wirklich überrascht, dass sich meine Vermutung bestätigt. Es denken wirklich gut 2/3 der von mir befragten Bastlerinnen, dass sie nicht unbedingt Gemeinschaft brauchen. Fasziniert hat mich jedoch die Verteilung, denn diese 2/3 sind die reinen Hobby-Bastlerinnen. Stampin‘ Up! Demonstratoren sehen das anders. Und das Spannendste daran ist, dass ich zwischen diesen beiden Gruppen pendel.
Ich selbst bastle am liebsten zu zweit oder dritt – oder auch ganz allein. Große Gruppen sind eher nicht so meins. Ein eigenes Team habe ich gar nicht, ich nehme nur an den Teamtreffen meiner Upline teil, und die mag ich wirklich gern. Aber jetzt weiß ich: Das ist meine Geschichte, nicht automatisch Deine. Für die meisten Bastlerinnen, die mitgemacht haben, ist Basteln in erster Linie die eigene kleine Auszeit – und die ist genauso viel wert. Falls Du Dich beim Lesen also erwischt hast, wie Du denkst „Ich müsste eigentlich öfter zu Treffen gehen“: Musst Du nicht. Dein Rythmus und Dein Wunsch nach mehr Zeit für Dich, ist gut und richtig.
Wie ist es bei Dir? Gehörst Du eher zu denen, die am liebsten für sich basteln oder gehörst Du zu denen, die viel lieber in Gemeinschaft basteln? Schreib es mir gerne in die Kommentare, ich bin neugierig auf Deine Antwort.


Vielen lieben Dank für deine tolle und interessante Unfrage und das erstaunliche Ergebnis. Einfach super ❤️.