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Was ist Heißprägen? Embossing Schritt für Schritt lernen

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Im Grunde bedeutet „Embossing“ einfach „Prägen“. In Bastlerkreisen ist damit aber meist das Heißprägen mit speziellem Embossingpulver und einem Heißluftföhn gemeint. Genau diese Technik zeige ich Dir hier Schritt für Schritt. So verwandelst Du Deine Stempelmotive in echte Hingucker, die Deine Karten nicht nur optisch, sondern auch haptisch aufwerten – selbst wenn Du gerade erst mit dem Embossing beginnst.

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Warum ist Embossing so beliebt beim Kartenbasteln?

Heißprägen ist beliebt, weil Du damit relativ leicht tolle Effekte auf Deine Karte zaubern kannst. Und wenn Du transparentes Embossingpulver nutzt, kannst Du mit Deinen Stempelfarben Dein Motiv in allen Farben passend zur Karte gestalten. So bekommst Du beides: Farbe nach Wunsch und Projekt und den Glanz und Hinguckereffekt vom Heißprägen.

Welche Materialien brauchst Du fürs Embossing?

Du benötigst nicht allzu viele Materialien zum Heißprägen. Erst einmal brauchst Du natürlich Deine Standardartikel für Deine Karte, wie Farbkarton, Stempel, Stempelkissen usw. Zusätzlich brauchst Du Embossingpulver, einen Embossingfön und Versamarktinte. Das sind die grundlegenden Werkzeuge fürs Embossing.

Was ist Embossingpulver und welche Arten gibt es?

Embossingpulver ist ein Kunststoffgranulat, welches eingefärbt ist und sich gut schmelzen lässt. Du kannst dieses Pulver in vielen verschiedenen Farben bekommen. Es gibt auch Varianten mit Glitzer oder transparent. Jetzt denkst Du Dir wahrscheinlich „warum transparent, da sieht man doch nix?“. Richtig, aber das ist auch so gewollt!

Du benötigst im Grunde nur zwei oder drei Sorten Embossingpulver. Auf jeden Fall transparentes und weißes Pulver. Dazu noch – je nach Geschmack – Pulver in Schwarz, Silber, Kupfer oder Gold.

Transparentes Pulver ist super, denn damit kannst Du Deine Motive in jeder Stampin‘ Up! Farbe embossen! Du stempelst dazu einfach zunächst Dein Motiv normal in Farbe und darüber dann noch einmal mit Versamark.

Welchen Fön brauchst Du für Embossing?

Du benötigst einen speziellen Fön zum Heißprägen! Ein normaler Haartrockner wird nicht heiß genug. Und bitte, bitte nutze keinen Toaster! Das ist lebensgefährlich. Im „besten Fall“ fackelst Du nur Dein Papier ab; im „schlechteren Fall“ die ganze Küche und im aller schlimmsten Fall verbrennst Du Deine Hände! Geh da bitte auf Nummer Sicher!

Zum Embossing gibt es einen speziellen Heißluftfön, der heiß genug wird, um das Kunststoffgranulat zu schmelzen. Von Stampin‘ Up! gibt es auch ein Embossing-Set mit Zubehör, mit dem Du zum einen Deinen Arbeitsplatz sauber halten und Deine Finger schützen kannst. Als Einstieg reicht aber auch eine Klammer/Pinzette und ein Blatt Papier zum Heißprägen – und natürlich den Heißluftfön und einen „Embossing-Buddy“.

Was ist ein Embossing-Buddy?

In dem vorherigen Absatz habe ich einen „Embossing-Buddy“ erwähnt. Das ist ein kleines Kissen, welches mit einem Pulver, ähnlich wie Babypuder, gefüllt ist. Damit wischt Du vor dem Stempeln über Dein Papier und befreist es so von Fettrückständen. Das ist wichtig, denn an Fettrückständen, wie z. B. Fingerabdrücken, bleibt das Embossingpulver gerne haften. Und dann hast Du am Ende Embossingpulver an Stellen, an denen es nicht sein sollte. Der Embossing-Buddy ist mit im Embossing-Zubehör-Set enthalten.

Welche Stempelkissen eignen sich für Heißprägen?

Mit den normalen Stempelkissen funktioniert das Heißprägen nicht, denn die normalen Stempelkissen trocknen zu schnell. Es gibt extra Stempelkissen von Versamark für das Heißprägen. Die Versamark-Tinte trocknet viel langsamer. Dadurch hast Du Zeit, um das Pulver aufzustreuen und zu schmelzen.

Wie funktioniert Heißprägen Schritt für Schritt?

Embossing Anleitung für Anfänger:

Wenn Du vorsichtig arbeitest und auf Deine Finger acht gibst, ist das Embossing eine tolle Technik. Ich zeige Dir in 4 einfachen Schritten, wie Du zu Deinem embossten Stempelmotiv kommst.

Schritt für Schritt

Schritt 1:

Du stempelst Dein Motiv mit Versamarktinte auf Deinen Untergrund – Deine Karte oder ein Etikett oder wo auch immer Du das Motiv haben möchtest.

Schritt 2:

Dann streust Du das Embossingpulver darüber. Klopfe bitte überschüssiges Pulver ab, sonst sind später Rückstände an Stellen zu sehen, wo Du keine „Tinte“ haben möchtest.

Schritt 3:

Erhitze das aufgestreute Pulver mit dem Heißluftföhn so lange, bis das Pulver geschmolzen ist. Wenn Du das Pulver im Auge behältst, dann kannst Du gut den Unterschied zwischen nicht geschmolzenem Pulver (rauh, krümelig) und geschmolzenem Pulver (glatt, glänzend) erkennen.

Schritt 4:

Lasse das Ganze etwas abkühlen, bevor Du es weiter verarbeitest.

Wie kannst Du Embossing gezielt einsetzen?

Du kannst mit Embossing Sprüche hervorheben und diese zu einem Hingucker werden lassen. Oder Du embosst ein einzelnes Motiv, um es zu einem Highlight zu machen. Manchmal genügt einfach ein embosstes Motiv und ein Spruch sowie ein paar Strassteinchen und fertig ist eine bezaubernde Karte.

Blätter-Embossing-Nah
Bei dieser Karte habe ich den Hintergrund nur zart gewischt und dann die Blätter in Kupfer embosst. Der Spruch auf dem Etikett in Brombeermousse ist mit weißem Embossingpulver gearbeitet.

Wie kombinierst Du Embossing mit Farben und Stempeln?

Einen tollen Effekt ergibt das Heißprägen, wenn Du es mit Stempelmotiven ergänzt. Ich habe für eine Trauerkarte einfach einen Farn in Anthrazitgrau gestempelt und den anderen weiß embosst. Einen gestempelten Spruch in Anthrazitgrau dazu, einen Streifen schwarzen Farbkarton dahinter und als Hintergrund ein Stück Farbkarton in Anthrazitgrau mit Sprenkeln. Auf einem dunklen Hintergrund wirkt das weiß embosste Blatt vermutlich noch edler, aber ich wollte die Karte ziemlich schlicht haben.

Trauerkarte mit Farnen. Der weiße Farn ist mit Embossing gestaltet.

Womit kannst Du Embossing noch kombinieren?

Du kannst auch einen mit Prägeformen geprägten Hintergrund mit Embossing kombinieren. Präge dazu zunächst ein Stück Farbkarton mit einer Prägeform. Im zweiten Schritt kannst Du einzelne Teile der Prägung mit Versamark betupfen und mit Embossingpulver in passender Farbe bearbeiten. So erzielst du einzelne Hingucker auf Deinem geprägten Hintergrund.

Welche Effekte kannst Du mit Embossing erzielen?

Mit einem gewischten Hintergrund und embossten Motiven in Weiß kannst Du super einfach einen ähnlichen Effekt wie bei der Emboss-Resist-Technik herstellen. Bei der Emboss-Resist-Technik wird erst embosst und dann mit Farbe darüber gewischt. Ich habe es bei der gezeigten Karte anders herum gemacht. Auch die Technik „Joseph´s Coat“ bedient sich dieser Technik.

Schmetterlinge-Embossing-Detail-Schmetterlinge

Welche Fehler solltest Du beim Heißprägen vermeiden?

Fehler 1: Das Embossing-Pulver schmilzt ungleichmäßig
Ursache: Der Heißluftfön war zu nah oder zu lange auf einer Stelle.
Lösung: Bewege den Fön gleichmäßig in kleinen Kreisen und halte etwa 10 cm Abstand.

Fehler 2: Das Pulver bleibt nicht haften
Ursache: Das Stempelkissen war zu trocken oder du hast zu lange gewartet.
Lösung: Verwende ein frisches Embossing-Stempelkissen und streue das Pulver direkt nach dem Stempeln auf.

Fehler 3: Papier wellt sich nach dem Erhitzen
Ursache: Zu viel Hitze oder zu dünnes Papier.
Lösung: Nimm festen Karton (mind. 250 g/m²) und erhitze das Motiv nur so lange, bis das Pulver geschmolzen ist.

Fehler 4: Das Stempelmotiv ist ungleichmäßig
Ursache: Der Stempel war nicht satt genug mit Versamark benetzt.
Lösung: Nutze eine Stempelhilfe und wiederhole den Stempelvorgang mehrmals, bis das Stempelmotiv gut zu erkennen ist.

Hühner-Embossing-Flat
Bei dieser Karte habe ich den Hintergrundstempel mit dem Hühnerdraht-Motiv nicht vollständig mit Versamark benetzt. Ich habe aber erst beim erhitzen bemerkt, dass rechts oben etwas vom Motiv fehlt. Gibt dem Ganzen lustigerweise eine passende Note. Je nach Motiv kann also ein Fehler auch eine individuelle Note geben und muss nicht zur Tonne führen.
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