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Unterschied zwischen Embossing und Prägen: So erkennst du den feinen Unterschied beim Basteln

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Wenn Du gerne bastelst, bist Du bestimmt schon einmal über die Begriffe Embossing und Prägen gestolpert. Beide Techniken verleihen Papier, Karten oder Scrapbook-Seiten wunderschöne Strukturen – doch sie sind nicht dasselbe! In diesem Beitrag zeige ich Dir einfach erklärt, worin der Unterschied zwischen Embossing und Prägen liegt, welche Materialien Du brauchst und wann sich welche Technik besonders lohnt.

Kurz erklärt: Unterschied Embossing und Prägen

Technik:
Embossing: Pulver wird mit einem speziellen Stempelkissen aufgetragen und mit Heißluft geschmolzen.
Prägen: Das Motiv wird durch Druck mit einem Prägefolder ins Papier gedrückt.

Werkzeug:
Embossing: Embossing-Pulver, Stempel, Versamark, Heißluftfön
Prägen: Prägefolder, Stanzmaschine

Effekt:
Embossing: Glänzende, erhabene Oberfläche – je nach Pulver auch farbig oder mit Glitzer
Prägen: Reliefstruktur im Papier – wirkt elegant und plastisch

Besonderheit:
Embossing verleiht Deinem Projekt Glanz und Farbe.
Prägen sorgt für eine fühlbare Struktur und Tiefe im Motiv.

Was bedeutet „Embossing“?

Im Grunde bedeutet „Embossing“ auch einfach nur „Prägen“. In Bastlerkreisen wird aber viel mit Embossing das „Prägen“ mit speziellem Embossingpulver und einem Heißluftföhn gemeint. Damit verwandelst Du Deine Stempelmotive in tolle Hingucker, die haptisch und optisch Deine Karte aufwerten.

So geht das Embossing:

Wenn Du vorsichtig arbeitest und auf Deine Finger acht gibst, ist das Embossing eine tolle Technik. Ich zeige Dir in 4 einfachen Schritten, wie Du zu Deinem embossten Stempelmotiv kommst.

Schritt 1:

Du stempelst Dein Motiv mit Versamarktinte auf Deinen Untergrund – Deine Karte oder ein Etikett oder wo auch immer Du das Motiv haben möchtest.

Schritt 2:

Dann streust Du das Embossingpulver darüber. Klopfe bitte überschüssiges Pulver ab, sonst sind später Rückstände an Stellen zu sehen, wo Du keine „Tinte“ haben möchtest.

Schritt 3:

Erhitze das aufgestreute Pulver mit dem Heißluftföhn so lange, bis das Pulver geschmolzen ist. Wenn Du das Pulver im Auge behältst, dann kannst Du gut den Unterschied zwischen nicht geschmolzenem Pulver (rauh, krümelig) und geschmolzenem Pulver (glatt, glänzend) erkennen.

Schritt 4:

Lasse das Ganze etwas abkühlen, bevor Du es weiter verarbeitest.

Trauerkarte mit Farnen. Der weiße Farn ist mit Embossing gestaltet.

Was ist „Prägen“?

Das „Prägen“ meint das mechanische Zusammenpressen von Farbkarton oder anderem Papier mittels einer „Prägeform“. So erhält das Papier eine fühlbare Struktur, die entweder ganz dezent oder auffällig sein kann, je nachdem ob Du das Papier weiter bearbeitest oder nicht.

So geht das Prägen:

Das Prägen mit Prägeformen ist sehr einfach und gut für Anfänger geeignet. Ich zeige Dir hier, wie Du in 3 einfachen Schritten Dein erstes geprägtes Motiv erstellst.

Schritt 1:

Du legst Deinen zugeschnittenen Farbkarton in die Prägeform. Je nach Ergebnis, welches Du erzielen möchtest, legst Du die Oberseite Deines Papiers auf die Positv- oder die Negativseite.

Schritt 2:

Lege Deine Prägeform nun zwischen die Stanzplatten Deiner Stanzmaschine und das Ganze auf die Grundplatte. Kurbel dieses „Sandwich“ durch Deine Stanzmaschine. Kleiner Tipp: Ist das Sandwich zu dick, ersetze eine der Stanzplatten durch Pappe.

Schritt 3:

Klebe den geprägten Farbkarton auf Deine Grundkarte und füge noch ein Etikett mit Spruch, ein hübsches Stempelmotiv und vielleicht noch ein paar Steinchen hinzu.

Der Ziegelartige Hintergrund ist durch Prägen mit einer Prägeform gestaltet.

Embossing vs Prägen: Der wichtigste Unterschied auf einen Blick

Sicherlich hast Du schon bemerkt, dass trotz des gleichen Begriffs, sich das Embossing vom Prägen unterscheidet. Das Prägen ist genauso einfach wie das Arbeiten mit Stanzformen. Auch Anfänger können hier schon beeindruckende Ergebnisse erzielen. Für das Prägen sind nur etwas Farbkarton, eine Prägeform und eine Stanzmaschine nötig.

Das Embossing ist aufwändiger und erfordert auch etwas Vorsicht, damit es keine Unfälle gibt. Der Föhn kann nämlich auch schön gefährlich werden, wenn Du nicht aufpasst. Ich sage nur „verbrannte Finger“ oder brennendes Papier. Und Du benötigst mehr Werkzeuge für das Embossing, nämlich ein extra Stempelkissen, einen extra Föhn und spezielles Embossingpulver.

Materialien und Werkzeuge für beide Techniken

Im Gegensatz zum normalen Stempeln benötigst Du beim Embossing ein spezielles Stempelkissen mit einer Tinte, welche extra für diesen Zweck gemacht ist. Dieses Stempelkissen nennt sich „Versamark“. Die Tinte darin trocknet nur sehr langsam, damit Du genug Zeit hast, das Embossingpulver auf Dein Motiv zu streuen.

Das Embossingpulver ist ein streufähiges Kunststoffgranulat, welches ganz fein gemahlen ist. Dieses Pulver gibt es in verschiedenen Farben: In Weiß, Transparent, Schwarz, Gold, Silber und Kupfer. In anderen Shops bekommst Du sogar buntes Embossingpulver. Wenn Du jedoch das transparente Pulver hast, kannst Du ganz einfach Deine normal gestempelten Motive in embosste Motive verwandeln.

Auch der Heißluftföhn für das Embossing ist ein spezielles Gerät. Du könntest jetzt auf die Idee kommen und Deinen normalen Haartrockner nehmen. Das empfehle ich Dir aber nicht, denn Dein Haartrockner wird lange nicht so heiß wie ein Heißluftföhn. Was vielleicht auch besser ist, sonst hast Du ganz schnell keine Haare mehr auf dem Kopf. 😉 Mithilfe des Heißluftföhns kannst Du das Embossingpulver schmelzen.

Für das Prägen benötigst Du eine Prägeform und eine Stanzmaschine. Beim Kauf der Stanzmaschine sind die benötigten Platten, wie Grundplatte und Stanzplatten, bereits im Lieferumfang enthalten. Die Stanzmaschine ist Dein Werkzeug, um Motive aus Farbkarton und Designerpapier auszustanzen oder halt Dein Papier mit Prägemustern zu verzieren.

Die Prägeform ist aus festem Kunststoff und wie eine Karte in der Mitte zusammen geklappt. Die Innenseiten der Prägeform sind mit einem Motiv versehen. Auf der einen Seite der Form ist das Motiv erhaben, auf der anderen Seite ist das Motiv als Vertiefung zu sehen. Ich bezeichne die erhabene Seite als Positivseite und die Seite mit den Vertiefungen als Negativseite.

Welche Technik eignet sich wofür?

Beide Prägearten haben ihre Berechtigung! Wenn Du etwas Besonderes kreieren möchtest und Dich nicht vor Herausforderungen scheust, ist Embossing ideal für Dich. Mit dem Embossing schaffst Du Glanzpunkte und gibst Deiner Karte einen Hauch Glamour, wenn Du Metallic-Embossingpulver verwendest.

Solltest Du lieber schnelle Ergebnisse erzielen wollen, ist das Prägen mit Prägeformen Dein Ding. Auch mit Prägeformen kannst Du beeindruckende Ergebnisse erzielen. Ganz besonders, wenn Du noch ein bisschen Farbe hinzufügst. Es gibt so viele wunderschöne Prägeformen, da ist für jeden Geschmack und Anlass etwas dabei!

Typische Fehler beim Embossing und Prägen – und wie Du sie vermeidest

Auch wenn Embossing und Prägen eigentlich ganz einfach sind – am Anfang passieren fast jedem kleine Missgeschicke. Keine Sorge: Mit ein paar Tricks bekommst Du schöne, saubere Ergebnisse – ganz ohne Frust oder verschobene Motive.

Häufige Fehler beim Embossing:

Fehler 1: Das Embossing-Pulver schmilzt ungleichmäßig
Ursache: Der Heißluftfön war zu nah oder zu lange auf einer Stelle.
Lösung: Bewege den Fön gleichmäßig in kleinen Kreisen und halte etwa 10 cm Abstand.

Fehler 2: Das Pulver bleibt nicht haften
Ursache: Das Stempelkissen war zu trocken oder du hast zu lange gewartet.
Lösung: Verwende ein frisches Embossing-Stempelkissen und streue das Pulver direkt nach dem Stempeln auf.

Fehler 3: Papier wellt sich nach dem Erhitzen
Ursache: Zu viel Hitze oder zu dünnes Papier.
Lösung: Nimm festen Karton (mind. 250 g/m²) und erhitze das Motiv nur so lange, bis das Pulver geschmolzen ist.

Fehler 4: Das Stempelmotiv ist ungleichmäßig
Ursache: Der Stempel war nicht satt genug mit Versamark benetzt.
Lösung: Nutze eine Stempelhilfe und wiederhole den Stempelvorgang mehrmals, bis das Stempelmotiv gut zu erkennen ist.

Häufige Fehler beim Prägen:

Fehler 1: Papier reißt beim Prägen
Ursache: Zu viel Druck oder zu dünnes Papier.
Lösung: Verwende stärkeres Papier oder lege ein dünnes Blatt Kopierpapier dazwischen.

Fehler 2: Das Motiv ist schief
Ursache: Das Papier ist verrutscht während des Einschiebens in die Stanzmaschine.
Lösung: Fixiere das Papier in der Prägeform mit etwas Washi-Tape, bevor du sie durch die Maschine drehst.

Fehler 3: Das Relief ist zu flach
Ursache: Zu wenig Druck in der Maschine.
Lösung: Füge eine dünne Papierlage hinzu, um den Druck leicht zu erhöhen.

Fehler 4: Prägeform lässt sich nicht durch die Maschine kurbeln
Ursache: Das Sandwich ist zu dick.
Lösung: Ersetze eine der Stanzplatten durch ein Stück Pappe. Taste Dich langsam an die passende Dicke heran.

Fehler 5: Die Prägeform ist gebrochen
Ursache: Der Druck war viel zu hoch.
Lösung: Wenn die Prägeform nicht zu stark verbogen ist, kannst Du sie mit Klebeband zusammenkleben. Ist sie stark verbogen (wie bei mir), hilft nur ein Neukauf.

Was ich Dir empfehle

Hast Du Dich bisher noch nicht mit dem Prägen oder Embossing beschäftigt, dann empfehle ich Dir das Prägen mit Prägeformen. Du erzielst mit einfachen Mitteln tolle Ergebnisse. Du kannst Dich mit unterschiedlichen Techniken austoben und immer neue Designs kreieren. Zudem gibt es so viele wunderschöne, abwechslungsreiche Prägeformen. Wenn Du bereits eine Stanzmaschine besitzt, ist es noch einfacher für Dich. Denn dann musst Du Dich nur noch für eine (oder zwei oder drei …) schöne Prägeformen entscheiden.

FAQ: Unterschied Embossen und Prägen

Was ist der Unterschied zwischen Embossing und Prägen?

Beim Embossing wird mithilfe von Embossing-Pulver und einem Heißluftfön ein erhabenes Motiv auf das Papier geschmolzen. Beim Prägen entsteht die Struktur dagegen mechanisch, meist mit einer Prägeschablone oder einem Prägefolder. Beide Techniken erzeugen Reliefs, aber auf unterschiedliche Weise.

Welche Materialien brauche ich zum Embossing?

Zum Embossing benötigst Du Embossing-Pulver, Embossing-Stempelkissen, Stempel und einen Heißluftfön. Optional kannst Du auch farbiges Pulver oder Glitzer-Embossing verwenden, um besondere Effekte zu erzielen.

Kann ich Papier auch ohne Maschine prägen?

Ja! Du kannst Papier auch von Hand prägen, z. B. mit einem Prägestift und einer Schablone. Zwar ist das Ergebnis etwas flacher als mit einer Präge- oder Stanzmaschine, aber ideal für kleine Bastelprojekte oder Karten.

Welche Technik hält besser – Embossing oder Prägen?

Das hängt vom Zweck ab: Geprägte Motive sind stabil und dauerhaft im Papier, während Embossing je nach Pulverart etwas empfindlicher gegen Kratzer ist. Für Karten und Scrapbooking ist beides langlebig, wenn Du hochwertige Materialien nutzt.

Kann ich Embossing und Prägen kombinieren?

Ja, klar! Viele Bastler kombinieren beide Techniken, um mehr Tiefe und Glanz zu erzielen. Du kannst z. B. zuerst prägen und anschließend einzelne Elemente embossen, um sie hervorzuheben. Das sorgt für einen besonders edlen Look.

Profil

Anja Hüttebräucker

Stille Wasser sind kreatief – ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und habe die Liebe zum Kartenbasteln im Laufe der Jahre entdeckt. In meiner Kreativecke zeige ich Dir, wie Du einfach wunderschöne Karten gestalten kannst und gebe Dir Inspirationen, falls Dir mal nichts einfällt. Auf meinem Blog findest Du klare, verständliche Anleitungen rund ums Kartenbasteln und Stempeln mit Stampin’ Up! – damit Du mit Freude und Leichtigkeit eigene kreative Werke erschaffen kannst.
Ich liebe Karten, die einfach zu basteln sind, aber aussehen, als hätten sie richtig viel Zeit gekostet. Wenn Du Lust auf neue Ideen und Inspiration hast, stöbere gern weiter und lerne mich auf meiner Über-mich-Seite besser kennen.

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