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Prägen mit Prägeformen: So erzielst du perfekte 3D-Effekte beim Basteln

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Du liebst es zu basteln und möchtest Deinen Projekten eine besondere Struktur verleihen? Mit Prägeformen gelingt das ganz einfach! In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du Papier oder Karton mit wunderschönen Mustern prägst – und welche kleinen Tricks den Unterschied machen. So werden Deine Karten, Verpackungen und Dekoelemente zu echten Hinguckern!

Was du über Prägeformen wissen solltest

Prägeformen verzieren Dein Papier mit einem schönen Relief.

Es gibt bei Stampin‘ Up! Prägeformen mit unterschiedlichen Größen und Motiven.

Zum Prägen benötigst Du Farbkarton, eine Stanzmaschine, eine Prägeform und Grund- sowie Stanzplatten.

Peppe Deine Prägemotive mit Farbe auf!
Färbe Dein geprägtes Motiv ein und schaffe so Akzente.
Du kannst auch Deine Prägeform selbst einfärben und dann Dein Papier prägen.

Lagere Deine Prägeformen lichtgeschützt, so bleiben sie länger einsatzbereit.

Was sind Prägeformen und wie funktionieren sie?

Prägeformen bestehen aus Kunststoff. Sie stanzen nichts aus Deinem Papier aus, sie verzieren Dein Papier mit einem schönen Relief. Es gibt Prägeformen mit großflächigen Motiven oder auch mit einem eher kleinen Motiv, welches sich nur in einem Bereich der Form befindet.

Prägeformen von Stampin‘ Up! gibt es in mehreren Formen. Die Standardform hat eine Größe von ca. 11,4 x 15,9 cm und eine Dicke von ?? cm. Diese Form kannst Du meistens ganz normal durch die Stanzmaschine kurbeln wie die Stanzformen auch oder Du ersetzt auch hier schon eine Stanzplatte durch eine etwas dickere Pappe.

Daneben gibt es noch relativ große Prägeformen mit den Maßen 15,2 x 15,9 cm und welche mit den Maßen 15,2 x 21,6 cm, die Dicke ist die gleiche wie von den Standardformen. Und auch kleine Prägeformen gibt es, diese verzieren entweder kleine Stücke Papier oder nur einen Bereich Deines Papiers. Die kleinen Prägeformen haben oftmals das Maß 8,6 cm x 15,9 cm und werden meistens in einem Doppelpack geliefert.

Neben den Prägeformen in „Standarddicke“ gibt es auch noch die sogenannten 3D-Prägeformen. Diese sind mit einer Dicke von ?? cm deutlich dicker als die Standardprägeformen. Bei den 3D-Prägeformen musst Du mit Deinem Sandwich aufpassen, denn das kann schnell zu dick werden und sich dann nicht durch Deine Stanzmaschine kurbeln lassen. Bei den 3D-Prägeformen rate ich Dir daher: arbeite mit nur einer Stanzplatte und ersetze die zweite Stanzplatte durch ein Stück Pappe.

Wie setze ich das Sandwich zum Prägen zusammen?

Die Prägeform arrangierst Du in ein sogenanntes „Sandwich“. Die übereinandergestapelten Stanzplatten haben Ähnlichkeit mit einem dick belegten Brot, daher der Ausdruck „Sandwich“. Für den Beginn empfehle ich Dir folgendes „Sandwich“:

  1. Grundplatte
  2. Dickes Stück Pappe
  3. Prägeform
  4. Eine durchsichtige Stanzplatte

Bei den dicken 3D-Prägeformen nimm lieber ein etwas dünneres Stück Pappe. Für die dünneren Prägeformen kann die Pappe ein wenig dicker sein. Bitte wende keine Gewalt an beim Durchkurbeln Deines „Sandwiches“! Mir ist dadurch schon eine Prägeform gebrochen! Wenn es sich zu schwer durchdrehen lässt, nimm lieber ein dünneres Stück Pappe. Lässt es sich zu leicht durchdrehen, solltest Du noch ein dünnes Stück Pappe dazwischen legen, dann ist das „Sandwich“ nämlich nicht dick genug.

Du solltest schon einen gewissen Widerstand spüren, aber gleichzeitig sollte sich das Ganze noch durch die Maschine kurbeln lassen. Da die Prägeformen dicker sind als Stanzformen, musst Du Dich ein bisschen an die richtige Zusammensetzung herantasten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So prägst Du richtig

Benötigtes Material:

Stanzmaschine
Pappe
Stanzplatten
Prägeform
Farbkarton

Prägen Schritt für Schritt:

Schritt 1

Lege Dein Stück Farbkarton in die Prägeform ein. Je nachdem, wie Dein Prägemuster aussehen soll, legst Du die Oberseite des Papiers auf die Seite mit den Vertiefungen oder auf die Seite mit dem erhabenen Muster.

Schritt 2

Setze das Sandwich zusammen. Grundplatte – Pappe – Prägeform – Standardstanzplatte.

Schritt 3

Kurbel das Sandwich durch die Maschine. Achte dabei darauf, dass Du das Sandwich so in die Maschine schiebst, dass die geschlossene Seite der Prägeform zuerst in die Maschine läuft. So vermeidest Du die Beschädigung der Prägeform.

Schritt 4

Das geprägte Stück Farbkarton kannst Du auf eine Grundkarte kleben und mit einem Etikett, auf das Du einen Spruch gestempelt hast, verzieren. Vielleicht bringst Du noch ein Stück Band an oder verteilst noch ein paar selbstklebende Accessoires und fertig ist Deine Karte.

Kreative Bastelideen mit geprägtem Papier

Gestempeltes Motiv prägen

Möchtest Du etwas mehr Pep auf die Karte bringen, kannst Du auch zuerst Dein Stück Farbkarton bestempeln und dann prägen. Dazu nimmst Du ein Stück Farbkarton in einer hellen Farbe und passende Stempelkissen sowie ein schönes Motiv. Bestempel den Farbkarton wie üblich, wenn Du einen Hintergrund anfertigen möchtest.

Im Gegensatz zum einfachen Prägen musst Du hier darauf achten, wo sich Dein Motiv befindet, denn Deine Prägeform hat zwei Seiten! Die Seite mit den erhabenen Motiven drückt das Papier ein, auf der Gegenseite ist die Prägung später erhaben. Beide Seiten ergeben einen tollen Effekt, aber es beeinflusst auch das Ergebnis! Befolge zum Prägevorgang einfach die Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Gestempeltes Praegen

Stempeln auf geprägtem Farbkarton

Wenn Du Deinen Farbkarton geprägt hast, nimmst Du Deine Stempel und passende Stempelkissen und stempelst Dein Motiv auf den Farbkarton. Achte hierbei aber unbedingt darauf, auf welche Seite Du stempelst! Je nach gewünschtem Ergebnis stempelst Du auf der Positivseite oder auf der Negativseite. Die Positivseite ist für mich die Seite, auf der das Prägemotiv erhaben ist und auf der Negativseite ist das Motiv vertieft/eingedrückt.

Gepraegtes Stempeln

Einfärben des geprägten Farbkartons

Beim Einfärben des Farbkartons hast Du mehrere Möglichkeiten. Du kannst das Papier mit Stempelkissen oder mit Blending Pinseln oder mit Fingerschwämmchen einfärben. Vielleicht fallen Dir noch mehr Möglichkeiten ein.

Nimmst Du ein Stempelkissen zum Einfärben, erhältst Du eine ziemlich grobe Färbung. Jedenfalls ist mein Muster sehr grob geworden. Das ist aber auch ein interessanter Effekt, mal sehen, was ich daraus machen kann.

Gepraegtes einfaerben Stempelkissen

Mit den Blending Pinseln kannst Du die Farbe viel sanfter und gezielter auf die geprägten Motive verteilen und so in Lagen arbeiten. Du kannst Dich besser an die passende Farbintensität herantasten. Für größere Prägungen würde ich Dir die Fingerschwämmchen empfehlen. Mit denen kannst Du etwas kräftiger, aber auch gezielter einfärben.

Gepraegtes einfaerben Blending Pinsel

Prägen mit eingefärbter Prägeform

Wenn Du die Prägeform direkt einfärbst, erzielst Du ebenfalls interessante Effekte. Dazu kannst Du entweder die Positivseite oder die Negativseite einfärben. Färbst Du die Positivseite ein, wird das Motiv auf dem Farbkarton weiß hervorgehoben und der Hintergrund in der Stempelfarbe. Färbst Du dagegen die Negativseite der Prägeform ein, ist die „eingedrückte“ Seite des Farbkartons eingefärbt. Das ergibt einen ganz tollen Effekt, den ich fast noch besser finde, als das normal geprägte.

Ich habe mehrere Techniken zum Einfärben ausprobiert. Zum einen habe ich die Form mit einem Stempelkissen eingefärbt, aber das Ergebnis ist mir wieder einmal zu grob. Interessant ist es aber dennoch! Vor allem das Ergebnis der Prägeform-Negativseite finde ich toll.

Praegeform einfaerben Positiv Stempelkissen
Hier habe ich die Positivseite der Prägeform mit einem Stempelkissen eingefärbt.
Praegeform einfaerben Negativ Stempelkissen
Die Negativseite der Prägeform habe ich mit einem Stempelkissen eingefärbt.

Du kannst die Prägeform aber auch wieder mit dem Blending Pinsel oder einem Fingerschwämmchen einfärben. Da gefallen mir die Ergebnisse auf der Negativseite der Prägeform auch am besten. Diese lässt sich am besten mit den Fingerschwämmchen einfärben, mit den Blending Pinseln ist es wieder zu großflächig. Wahrscheinlich sind die Blending Pinsel hier bei großflächigeren Motiven besser geeignet.

Praegeform einfaerben Negativ Blending Pinsel
Die Negativseite habe ich mit den Blending Pinseln eingefärbt.
Praegeform einfaerben Negativ Fingerschwaemmchen
Für dieses Motiv habe ich die Negativseite mit Fingerschwämmchen in mehreren Farben eingefärbt.

Prägen mit eingefärbter und bestempelter Prägeform

Zu guter Letzt habe ich noch etwas ausprobiert, was ich im Internet gesehen habe und mir gut gefiel. Leider ist mein eigener Versuch nicht ganz so gut geglückt. Was aber daran lag, dass ich eine ungeeignete Prägeform ausgesucht habe. Diese Technik werde ich auf jeden Fall noch einmal mit einer anderen Prägeform testen.

Hier habe ich, ähnlich wie bei der vorherigen Technik „Prägen mit eingefärbter Prägeform“, die Prägeform eingefärbt. Ich habe die Positivseite der Prägeform mittels Stempelkissen eingefärbt. Im zweiten Schritt habe ich dann ein Motiv in einer dunkleren Farbe auf die eingefärbte Seite der Prägeform gestempelt. Färbe dafür den Stempel richtig satt mit Farbe ein und drücke ihn gut auf die Prägeform.

Praegeform einfaerben stempeln

Häufige Fehler beim Prägen mit Prägeformen – und wie Du sie vermeidest

Fehler 1: Papier reißt beim Prägen
Ursache: Zu viel Druck oder zu dünnes Papier.
Lösung: Verwende stärkeres Papier oder lege ein dünnes Blatt Kopierpapier dazwischen.

Fehler 2: Das Motiv ist schief
Ursache: Das Papier ist verrutscht während des Einschiebens in die Stanzmaschine.
Lösung: Fixiere das Papier in der Prägeform mit etwas Washi-Tape, bevor du sie durch die Maschine drehst.

Fehler 3: Das Relief ist zu flach
Ursache: Zu wenig Druck in der Maschine.
Lösung: Füge eine dünne Pappe hinzu, um den Druck leicht zu erhöhen.

Fehler 4: Prägeform lässt sich nicht durch die Maschine kurbeln
Ursache: Das Sandwich ist zu dick.
Lösung: Ersetze eine der Stanzplatten durch ein Stück Pappe. Taste Dich langsam an die passende Dicke heran.

Fehler 5: Die Prägeform ist gebrochen
Ursache: Der Druck war viel zu hoch.
Lösung: Wenn die Prägeform nicht zu stark verbogen ist, kannst Du sie mit Klebeband zusammenkleben. Ist sie stark verbogen (wie bei mir), hilft nur ein Neukauf.

Prägeformen richtig reinigen und lagern

Prägeformen bestehen aus Kunststoff und benötigen ein wenig Pflege. Reinigen kannst Du sie entweder mit Wasser oder mit einem Stempelreiniger. Solltest Du StazOn-Tinte verwendet haben, dann rate ich Dir zum Reinigen den StazOn-Reiniger zu verwenden!

Lagere die Prägeformen am besten lichtgeschützt. Denn Licht kann Kunststoff spröde machen. Vielleicht nicht sofort, wenn die Form mal eine Stunde auf dem Basteltisch in der Sonne liegt, aber auf Dauer wird der Kunststoff angegriffen und bricht irgendwann. Und das wäre schade um diese Schätze. Daher lagere Deine Prägeformen in einem Karton oder einer undurchsichtigen Kiste. Im Moment habe ich meine Prägeformen in den Kartons der Kreativsets gelagert. Noch mehr Aufbewahrungsmöglichkeiten für Prägeformen zeige ich Dir in meinem Artikel „Stanzformen, Handstanzen und Prägeformen aufbewahren“ aus einer kleinen Reihe zum Thema Ordnung und Aufbewahren.

Profil

Anja Hüttebräucker

Stille Wasser sind kreatief – ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und habe die Liebe zum Kartenbasteln im Laufe der Jahre entdeckt. In meiner Kreativecke zeige ich Dir, wie Du einfach wunderschöne Karten gestalten kannst und gebe Dir Inspirationen, falls Dir mal nichts einfällt. Auf meinem Blog findest Du klare, verständliche Anleitungen rund ums Kartenbasteln und Stempeln mit Stampin’ Up! – damit Du mit Freude und Leichtigkeit eigene kreative Werke erschaffen kannst.
Ich liebe Karten, die einfach zu basteln sind, aber aussehen, als hätten sie richtig viel Zeit gekostet. Wenn Du Lust auf neue Ideen und Inspiration hast, stöbere gern weiter und lerne mich auf meiner Über-mich-Seite besser kennen.

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