Frau im roten Pullover zeigt lächelnd eine selbstgestaltete Stempelkarte in Herbstfarben

77 Fun Facts über Karten gestalten mit Stempeln

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Weißt Du eigentlich, wer den Gummistempel erfunden hat? Oder wie viele Weihnachtskarten die Deutschen im Schnitt verschicken? Ich habe mich das bisher noch nicht gefragt – bis ich für diesen Artikel angefangen habe interessante Fun Facts zum Karten gestalten zu recherchieren, und dabei selbst ziemlich viel gestaunt habe.

Ich bin ja, wie Du vielleicht schon aus meinem Artikel „Fun Facts über mich“ weißt, ein kleiner Listenfreak. Für alles Mögliche lege ich mir gerne Sammlungen an – warum also nicht auch für mein liebstes Thema überhaupt: Karten gestalten und Stempeln?

In diesem Artikel habe ich Dir 77 Fun Facts rund ums Kartenbasteln und Stempeln zusammengetragen. Von der Geschichte über Zahlen und Kuriositäten bis hin zu Fakten aus meinem eigenen Bastelalltag ist alles dabei. Manches davon kanntest Du bestimmt schon, bei anderen hoffe ich, dass ich Dich genauso überraschen kann, wie es mir beim Recherchieren ging.

Geschichte des Kartenbastelns & Stempelns

Karten verschicken und Stempeln fühlen sich für uns heute total selbstverständlich an – dabei ist beides noch gar nicht so alt, wie man denken könnte. Hier ein paar Meilensteine, auf denen unser gemeinsames Hobby aufbaut.

  1. Die erste gedruckte Weihnachtskarte der Welt entstand 1843 in England: Sir Henry Cole beauftragte den Illustrator John Callcott Horsley damit, ließ 1.000 Stück handkolorieren und verkaufte sie für den damals stolzen Preis von 1 Shilling pro Karte.
  2. Der deutsche Auswanderer Louis Prang verkaufte 1880 in den USA bereits über 5 Millionen Weihnachtskarten und gilt bis heute als „Vater der amerikanischen Weihnachtskarte“.
  3. In Deutschland wurden Weihnachtskarten erst ab 1890 industriell als Postkarte oder Klappkarte hergestellt und verschickt.
  4. Die älteste erhaltene gedruckte Valentinstagskarte der Welt stammt aus dem Jahr 1797, ist handkoloriert und mit gestanzter Spitzenoptik verziert – sie wird im York Castle Museum in England aufbewahrt.
  5. Ohne den amerikanischen Chemiker Charles Goodyear gäbe es vermutlich keine Gummistempel: Erst seine eher zufällige Entdeckung der Kautschukvulkanisation 1839 machte haltbares, formbares Gummi überhaupt möglich.
  6. Wer den Gummistempel tatsächlich erfunden hat, ist bis heute umstritten – vermutlich entstand er irgendwann zwischen 1864 und 1866.
  7. Schon 1892, nur rund 25 Jahre nach seiner Erfindung, gab es in den USA etwa 4.000 Hersteller und Händler von Gummistempeln.
  8. Auch in Deutschland entstand früh eine eigene Gummistempel-Industrie: 1912 gründete Emil Merkle in Pforzheim einen kleinen Betrieb zur Gummistempel-Herstellung – ein Gewerbezweig, den es dort bis dahin gar nicht gab.
  9. Als eigenständiges Bastelhobby kam das dekorative Stempeln in den 1970er-Jahren in den USA auf – bis die Technik auch in Deutschland ankam, dauerte es fast 30 Jahre.
  10. Scrapbooking in seiner heutigen Form entstand in den 1990er-Jahren ausgerechnet in Utah, USA – also dort, wo später auch Stampin‘ Up! gegründet wurde.
  11. Stampin‘ Up! wurde 1988 von den Schwestern Shelli Gardner und LaVonne Crosby gegründet – ursprünglich eher aus dem Wunsch nach Austausch mit Gleichgesinnten heraus als aus geschäftlichem Kalkül.
  12. Anfangs verkaufte Stampin‘ Up! Stempel anderer Hersteller – erst ab 1992 begann das Unternehmen, eigene Stempel selbst zu entwickeln und herzustellen.
  13. Seit 2007 ist Stampin‘ Up! mit einer eigenen Tochtergesellschaft, der Stampin‘ Up! Europe GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg, direkt in Deutschland vertreten.
  14. Der internationale Hauptsitz von Stampin‘ Up! liegt im amerikanischen Riverton, Utah. Von dort aus ist das Unternehmen mittlerweile in zehn Ländern aktiv, von den USA und Kanada bis nach Australien, Neuseeland und mehreren europäischen Ländern.
  15. Weltweit sind für Stampin‘ Up! über 50.000 unabhängige Demonstratoren tätig.
  16. 2013 brachte Stampin‘ Up! seine ersten Photopolymer-Stempelsets auf den Markt. Ein echter Wendepunkt, denn klare Stempel gibt es technisch zwar schon seit den späten 1970er-Jahren, massentauglich wurden sie aber erst dadurch.

Zahlen & Fakten rund um Material und Technik

Auch handfeste Zahlen gehören zu meinem Blog dazu – hier ein paar Fakten direkt aus meinem eigenen Bastelalltag.

  1. Mein meistgeklickter Artikel 2025 war „Verschiedene Kartengrößen“ mit 397 Klicks – obwohl er schon älter ist.
  2. Für Grundkarten empfehle ich eine Papierstärke von 200 bis 250 g/m², damit die Karte stabil genug ist.
  3. Beim Heißprägen sollte der Karton mindestens 250 g/m² stark sein, sonst wellt er sich unter dem Heißluftfön.
  4. Heißprägen funktioniert nach einer einfachen 4-Schritte-Anleitung: stempeln, pudern, erhitzen, abkühlen lassen.
  5. Bei Stampin‘ Up! gibt es Farbkarton in über 50 verschiedenen Farben.
  6. Prägen mit einer Prägeform gelingt in nur 3 Schritten: Papier einlegen, Sandwich zusammenbauen, durch die Stanzmaschine kurbeln.
  7. Ich habe genau 5 typische Anfängerfehler beim Stempeln identifiziert und in einem eigenen Artikel gesammelt.
  8. Beim Prägen gibt es allein 5 typische Fehlerquellen, die ich in einem Artikel mit Ursache und Lösung aufgelistet habe.

Zahlen & Statistiken zum Grußkarten-Markt

Wie sieht’s eigentlich weltweit und bei uns in Deutschland aus? Ein paar Zahlen, die mich selbst überrascht haben.

  1. Weltweit werden jedes Jahr rund 1,3 bis 1,6 Milliarden Weihnachtskarten verschickt.
  2. 2013 kauften Privatpersonen in Deutschland 548 Millionen Grußkarten – im Schnitt 6,7 Karten pro Person über 10 Jahre.
  3. Der deutsche Grußkartenmarkt setzte 2016 rund 818 Millionen Euro um – fast drei Prozent mehr als im Jahr davor.
  4. Mehr als 80 % aller Grußkarten werden von Frauen gekauft.
  5. Im Schnitt verschicken Deutsche 8 Weihnachtskarten pro Person – Spitzenreiter sind die Bremer, während die Berliner beim Kartenversand am wenigsten aufmerksam sind.
  6. 2023 bastelten oder werkten in Deutschland rund 5,32 Millionen Menschen ab 14 Jahren häufig in ihrer Freizeit.

Besondere Kartenformen – Wissenswertes

Kommen wir zu meinem absoluten Lieblingsthema: besondere Kartenformen! Hier ein paar Fakten, die ich beim Basteln selbst gelernt habe.

  1. Eine Clutchkarte ist eine Faltkarte mit asymmetrisch abgeschrägter Klappe, die an eine kleine Handtasche erinnert – durch die Falttechnik entsteht gleichzeitig eine Innentasche für Geldscheine oder Gutscheine.
  2. Der kniffligste Arbeitsschritt bei der Clutchkarte ist der spitze, schräge Schnitt der Klappe.
  3. Eine Triple-Fold-Karte hat drei statt nur einer Falzlinie, wodurch sich die Karte in mehrere Elemente aufteilen lässt.
  4. Eine Taschenkarte entsteht aus einem einzigen Stück Designerpapier, das so gefaltet wird, dass zwei praktische Einstecktaschen entstehen – ganz ohne zusätzlichen Farbkarton als Grundlage.
  5. Eine Card-in-a-Box ist eine 3D-Karte, die flach zusammengefaltet daherkommt, sich beim Öffnen aber wie eine kleine Box aufstellen lässt.
  6. Fun-Fold-Karten unterscheiden sich von normalen Klappkarten dadurch, dass sie meist mehrere Faltungen haben – manche lassen sich an mehreren Stellen öffnen.
  7. Eine Zauberkarte überrascht durch eine raffinierte Falt- und Verschlusstechnik, bei der die Botschaft im Inneren regelrecht versteckt ist.
  8. Eine Buchkarte ist von außen eine ganz normale Klappkarte – aber beim Öffnen poppt das Designerpapier durch einen Zickzack-Falzschnitt auf wie ein schwebendes, aufgeschlagenes Buch.
  9. Eine Jackettkarte wird so zugeschnitten und gefaltet, dass sie wie ein echtes, zugeknöpftes Jackett aussieht.
  10. Bei der Stack-Cut-and-Shuffle-Technik werden mehrere Blätter Designerpapier übereinandergelegt, diagonal versetzt zugeschnitten und die Teile neu gemischt – jeder Kartenaufleger enthält am Ende ein Stück von jedem Blatt.
  11. Ein One-Sheet-Wonder (Ein-Blatt-Wunder) ist eine Technik, bei der aus einem einzigen 12×12-Zoll-Bogen Designerpapier mehrere komplette Kartenfronten gleichzeitig zugeschnitten werden.
  12. Framelits, Thinlits und Edgelits sind unterschiedliche Stanzform-Typen: Framelits schneiden Formen mit Innenausschnitt wie Rahmen, Thinlits sind filigrane Stanzformen für Deko, Edgelits schneiden Kanten oder Bordüren.
  13. Beim Papierschneider von Stampin‘ Up! gibt es zwei unterschiedliche Klingen: eine Schneideklinge und eine Falzklinge, mit der nur eine Falzlinie gezogen wird.
  14. Eine Easel-Karte braucht im Grunde nur einen gefalzten Streifen Farbkarton und ein Stück Farbkarton als Aufsteller.

Stempeltechniken – Wissenswertes

Stempeltechniken sind für mich wie kleine Experimente – hier ein paar Fakten dazu, die ich mir über die Jahre selbst angeeignet habe.

  1. „Embossing“ bedeutet eigentlich einfach „Prägen“ – in Bastlerkreisen ist damit aber meist das Heißprägen mit Embossingpulver und Heißluftfön gemeint.
  2. Embossingpulver ist ein eingefärbtes Kunststoffgranulat, das sich beim Erhitzen gut schmelzen lässt.
  3. Ein normaler Haartrockner wird beim Heißprägen nicht heiß genug, um das Embossingpulver zu schmelzen.
  4. Geschmolzenes Embossingpulver erkennt man am Unterschied: ungeschmolzen ist es rau und krümelig, geschmolzen glatt und glänzend.
  5. Bei der Emboss-Resist-Technik wird erst embosst und danach mit Farbe darübergewischt – genau umgekehrt zur sonst üblichen Reihenfolge.
  6. Beim Prägen mit einem Prägefolder wird das Motiv rein mechanisch durch Druck ins Papier gedrückt – ganz ohne Pulver oder Hitze.
  7. Eine Prägeform ist wie eine in der Mitte zusammengeklappte Karte aus festem Kunststoff – auf der einen Seite ist das Motiv erhaben, auf der anderen als Vertiefung.
  8. Für reines Prägen reichen im Grunde nur Farbkarton, eine Prägeform und eine Stanzmaschine.
  9. Man kann Papier auch ganz ohne Stanzmaschine prägen – von Hand mit einem Prägestift und einer Schablone.
  10. Retiform“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „netzförmig“ – benannt nach der Netz- oder Gitterstruktur, die als Hintergrund entsteht.
  11. Unterschied Retiform und Grid-Technik: Bei Retiform entstehen die Felder nur mit Blending Brush, Stempelfarbe und Schmierpapier; bei der Grid-Technik wird das Papier vorher mit einem Prägestift in Felder eingeteilt.
  12. Die Technik „Josephs Coat“ lehnt sich an die biblische Geschichte von Joseph und seinem bunten Mantel an – daher der Name.
  13. Man braucht beim Heißprägen im Grunde nur zwei bis drei Sorten Embossingpulver: transparent, weiß und je nach Geschmack noch Schwarz, Silber, Kupfer oder Gold.
  14. Stampin‘ Up!-Stempel sind aus Photopolymer gefertigt, das bei Druck leicht nachgibt – deshalb ist gleichmäßiger Stempeldruck gar nicht so einfach.
  15. Die übereinandergestapelten Stanz- und Grundplatten beim Prägen werden „Sandwich“ genannt – wegen der Ähnlichkeit mit einem dick belegten Brot.
  16. Man kann eine Prägeform selbst einfärben: Färbt man die Positivseite ein, wird das Motiv weiß hervorgehoben; färbt man die Negativseite ein, wird die eingedrückte Seite farbig.
  17. Ein schiefes Prägemotiv entsteht meist, weil das Papier beim Einschieben in die Stanzmaschine verrutscht ist – Fixieren mit Washi-Tape verhindert das.
  18. Reißt Papier beim Prägen, liegt es meist an zu dünnem Papier oder zu viel Druck – ein zusätzliches Blatt Kopierpapier im „Sandwich“ hilft.

Kuriositäten & Weltrekorde

Und jetzt wird’s kurios! Diese Rekorde und Kuriositäten rund um Karten und Stempel haben mich beim Recherchieren richtig zum Staunen gebracht.

  1. Zum 175. Geburtstag von Graf Zeppelin schrieb Friedrichshafen 2013 die größte Glückwunschkarte der Welt: Auf einer 3 mal 5 Meter großen Karte mit 7.000 Feldern kamen über 6.750 Unterschriften zusammen – ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.
  2. Im Mai 2026 stellte das Jugendhaus Leutkirch im Allgäu einen Weltrekord auf: das längste Leporello aus Postkarten, zusammengeklebt aus 21.368 verschiedenen Karten und stolze 2.222 Meter lang.
  3. Die größte Grußkarte der Welt misst 239,95 m² – fast so groß wie ein Tennisplatz. Sie wurde 2017 in Bengaluru, Indien, zum indischen Unabhängigkeitstag gefertigt.
  4. Die größte Pop-up-Grußkarte der Welt misst 8,2 m² – etwa hundertmal so groß wie eine normale Pop-up-Karte. Aufgestellt wurde der Rekord 2020 in Dubai.
  5. Der Rekord für die meisten Unterschriften auf einer einzigen Grußkarte liegt bei 31.384 – aufgestellt 2024 in Salt Lake City, USA, zum 100. Geburtstag eines Kirchenpräsidenten.
  6. Der Weltrekord für die größte private Sammlung von Gummistempeln liegt bei 1.251 verschiedenen Stempeln, aufgestellt 2001 in Wales.
  7. Es gibt sogar einen Weltrekord für den größten Stempel der Welt: ein Siegel aus Walnuss- und Kirschholz mit Gummi, 1,3 m hoch und 1 m im Durchmesser, vorgestellt 2002 in Kiew.

Meine eigenen Fakten – ganz persönlich

Zum Schluss wird’s noch mal persönlich: Diese Fakten und kleinen Anekdoten stammen direkt aus meinem eigenen Bastelalltag.

  1. Bei meinem Workshop sind aus derselben Anleitung ganz unterschiedliche, individuelle Werke entstanden – eine Teilnehmerin kombinierte sogar selbstgemalte Hintergründe mit Stanzformen.
  2. Mein Trick gegen verschmutzte Stempelkissen: Ich stempele zunächst alle Motive derselben Farbe hintereinander und reinige den Stempel erst danach.
  3. Ich habe beim zu festen Durchkurbeln eines Präge-„Sandwiches“ schon einmal eine Prägeform geschrottet.
  4. Ich lagere meine Prägeformen aktuell einfach in den Kartons meiner Kreativsets, um sie vor Licht zu schützen.
  5. Für meine Alkoholtechnik-Anleitung habe ich mir Inspiration bei zwei anderen Kreativen geholt und daraus eine eigene Mischtechnik entwickelt.
  6. Bei einer Geburtstagskarte fand ich für eine dritte gestempelte Blüte keinen Platz mehr auf der Vorderseite – zum Wegwerfen war sie mir zu schade, also klebte ich sie auf die Innenseite.
  7. Bei einer Karte mit Hühnerdraht-Motiv habe ich den Hintergrundstempel nicht vollständig mit Versamark benetzt – das fehlende Stück gab der Karte lustigerweise eine passende Note.

Welchen Fakt rund ums Kartenbasteln und Stempeln habe ich vergessen? Kommentiere gerne!

Hast Du noch weitere interessante Fakten, die ich noch nicht kenne? Gerne her damit, gemeinsam gestalten wir diese Liste weiter!

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